Käfigbau

Sehr viele Tipps findet ihr direkt auf meiner Seite Fotos - wo ich meine eigene Haltung beschreibe.

Es lohnt sich immer einen Käfig selbst zu bauen. Mal ganz abgesehen davon, dass die im Zoofachhandel angebotenen Ställe kaum eine artgerechte Haltung bieten können sind sie viel zu teuer. Wer sich einmal ein bisschen mit der artgerechten Haltung beschäftigt und ein wenig handwerkliches Geschick beweist, der kann die tollsten Sachen bauen. Viele Internetseiten bieten tolle Informationen über den Bau von Ställen - einfach mal googeln: Meerschweinchenstall selbst bauen - oder einfach weiter lesen wie ich es mache und machen würde.

OSB-Platten    - Bilder siehe unten   !! Diese Variante hat einige Mängel- Die Dekofolie hat nicht lange gehalten und das Holz hat sich voll Pipi gesaugt. An den Plexiglasplatten bin ich so doof hängen geblieben, dass sie gebrochen sind. !!

Ich benutze gern OSB Platten aus dem freundlichen Baumarkt von nebenan, von dort wo sie auch kostenfrei zugeschnitten werden. OSB-Platten sind Verbundlegeplatten, das bedeutet, dass sie ähnlich wie Laminat eine Nut und Feder haben. Ich lasse mir daher die OSB-Platten immer rund rum um diese Nut und Feder kürzen und habe somit eine Holzplatte von ca. 205cm x 65cm. Es gibt diese Platten in den Stärken 12mm, 15mm, 18mm und 22mm. Meist nutze ich die 15mm starken. Wenn man sich nun noch Volierendraht in mind. 1mm Stärke und einer Maschenweite von 12mm kauft ist man schon gut dabei. Den Volierendraht in kleinen Mengen kann man sich gut in der Raiffeisen Genossenschaft kaufen. In größeren Mengen würde ich immer ebay bevorzugen, da er sonst unbezahlbar ist. Ich benutze zum Käfigbau meistens Laminat aus dem Baumarkt um den Boden und den Rand, wenigstens zur Hälfte hoch, zu verkleiden. Die OSB Platten saugen sich sonst mit Schmutz und Urin voll und müssten irgendwann ausgetauscht werden. Das Laminat ist da sehr robust und kann bei Bedarf einfach ausgebaut und durch neues ersetzt. Alternativ geht auch Teichfolie oder PVC. Dann kaufe ich noch Bastlerglas im Baumarkt - also dünnes Plexiglas - und benutze es als "Streufang". Eine Höhe von 15 cm hat sich hier gut bewährt. Bastlerglas lässt sich gut verarbeiten wenn man es mit einem Cutermesser und zur Hilfenahme z. B. einer Wasserwaage anritzt und es dann über einer Kante bricht - dabei muss die Folie auf einer Seite, aber nur auf einer Seite, abgezogen werden. Das Bastlerglas habe ich dann mithilfe eines Hölzchens links und rechts an den Stall angebracht und mit durchsichtigem Klebeband der Länge nach mit der Bodenplatte verbunden.

Gitterbett   (140 cm x 70 cm)

Eine andere Idee ist ein Stall aus einem gebrauchten Gitterbett für Kinder. Dieses findet man günstig gebraucht über Freunde oder Bekannte, auf dem Sperrmüll oder im Internet (Ebay). Man kann das Lattenrost des Gitterbettes in die für einen passende Höhe verstellen und auf dem Lattenrost günstiges Laminat (z. B. Restposten aus dem Fachhandel oder Baumarkt) verlegen. Somit hat man eine schöne gleichmäßige und robuste Bodenplatte. Wenn man den Stall im Außenbereich nutzen möchte sollte man vorher noch unter das Laminat eine Styrodurplatte verlegen. Nun baut man entweder mit Holz z. B. OSB Platten weiter oder bespannt die Gitter rund rum mit Volierendraht, hierfür ist eine Konstruktion aus Vierkanthölzern sinnvoll. Auch ist hier wiederum ratsam einen Streuschutz aus Bastlerglas anzubringen um zu verhindern, dass Einstreu aus dem Stall geschmissen wird.

Hochbett   (200 cm x 90 cm)   -   Bilder siehe ganz unten

Super geeignet sind Käfige aus Hochbetten. Auch diese findet man günstig gebraucht. Hochbetten haben meist die Maße 200cm x 90cm und bieten somit ausreichend Platz. Wenn man diesen Käfig im Außenbereich benutzt kann man die Beine des Bettes wunderbar rund rum mit Draht bespannen und eine Rampe vom Stall nach unten auf den Rasen bauen um noch mehr Fläche für die Schweinchen zu gewinnen. Beim Hochbett muss man darauf achten das es einen Rollrost hat, da normale Lattenrose oft ein wenig gebogen sind. Auf das Lattenrost verlegt man, bei Nutzung im Außenbereich Styrodurplatten und ansonsten wie beim Gitterbett beschrieben Laminat. Das Hochbett muss natürlich rund rum gesichert werden, auch das kann man je nach belieben und Vorhaben mit Vierkanthölzern und Volierendraht, Bastlerglas oder Holz z. B. OSB Platten machen.

Man kann seine Eigenbauten entweder einfach nur Zweckmäßig oder nach einem Motto gestalten, hierbei ist Phantasie gefragt :-)

 

Mein Neubau aus Siebdruckplatten (aus diesem Material sind auch die Böden von Anhängern) Die Front ist aus Vierkanthölzern.

 

Mein Eigenbau für Verpaarungen aus OSB Platten              Maße: Länge 120cm x Höhe 80cm x Tiefe 66cm         Die Durchgänge sind ca. 20 x 20 cm

                   Die Einstreu ist natürlich nur für die Fotos entnommen worden!!

                   

Mein aller erster Eigenbau aus einem Schrank vom Sperrmüll. Breite 1m x 0,6m Tief

Das Dach und die Front habe ich selbst konzipiert. Die Zwischenböden sind bis auf einen Belag aus Laminat so geblieben wie sie ursprünglich gedacht waren.

Die einzelnen Etagen sind durch Rampen fest miteinander verbunden.

 

Tipps für den Bau von Rampen

              

Mit einem Scharnier (von oben an der Rampe und von unten an der Decke befestigt) lässt sich eine Rampe leicht anbringen. Zugleich lässt sie sich so auch rauf und runter bewegen. Eine sichere Rampe hat ein Geländer. Auch dieses kann mit Hilfe eines Scharniers an der Decke angebracht werden. Damit die Rampe und das Geländer sicher aber nicht dauerhaft miteinander verbunden sind habe ich einen Überwurfbügel genommen. Um die Rampe in waagerechter Position zu halten habe ich erst ein Abstandsklötzchen und dann einen Riegel angebracht.

Mein Hochbett - Stall  

Ich veränderte die Front des Hochbettes indem ich die oberste Strebe entfernte und damit die Lücke von wo aus man normalerweise ins Hochbett einsteigt geschlossen habe. Dann verkleidete ich mit Bastlerglas die hintere Wand und die Front, damit genug Licht in den Stall rein kann - aber keine Streu und vor allem kein Meerschwein raus kann.

Auf das Rollrost des Hochbettes verlegte ich danach Styrodurplatten (ähnlich wie Styropor) und auf dem Styrodur habe ich dann Laminat verlegt. (Fertig auf dem 2. Bild)

Die Spalte rund rum ums Laminat dichtete ich mit Silikon großzügig ab.

Jetzt muss ich nur noch wie geplant das zweite Hochbett auf dieses Hochbett drauf setzen und rundrum alles mit Volierendraht verschließen. Die Front bekommt selbstverständlich Klappen, damit sich der Stall öffnen und schließen lässt.

Hier mal zum Größenvergleich: Das Gitter eines handelsüblichen Stalls in meinem Stall.

Das Gitter hat die Maße 1m x 0,4m - und da die Bodenwanne eines Stalls meist noch nach unten Schmaler wird haben die Tiere noch weniger Platz.

In diesem Stall jedoch haben die Tiere 2m x 0,9m - also fast 2 Quadratmeter Platz.

Dieses Bild zeigt, wie ich das zweite Hochbett oben drauf gesetzt und mit dem unteren verbunden habe.

An den Seiten und der Rückwand habe ich Volierendraht angebracht.

Für die Front habe ich aus Vierkanthölzern und Volierendraht Türen gebaut und mit Scharnieren so angebracht, dass ich sie vollständig nach unten umklappen kann.

Oben musste ich ein Klötzchen als Abstandshalter anbringen - darauf ist das Schloss befestigt. Ich benutze immer Schlösser mit einem Überwurfbügel.

So kann ich sie ganz einfach mit einem Karabinerhaken oder einem richtigen Schloss nutzen.

Auf dem oberen Bett habe ich Styrodur und Laminat verlegt. Rundrum ist auch schon das Plexiglas angebracht und danach die Ränder des Laminats mit Silikon abgedichtet.

Auf diesen Detailbildern sieht man (links) die linke Tür und (rechts) eine Ecke des oberen Hochbettes.

Alles eigentlich wunderbar in relativ kurzer Zeit und sehr günstig selbst zu bauen.

Bis auf das Dach - welches momentan noch provisorisch aus Styrodurplatten besteht - ist alles fertig. Mit den vorher abgeschnittenen Beinen habe ich die Pfosten nach oben verlängert und mit Latten einen Ramen gebaut, der die vier Beine miteinander verbindet, damit ich rundrum etwas habe um den Volierendraht anzubringen und natürlich um vorne die Türen zu befestigen.

Dann fehlte nur noch der Volierendraht an den Seiten und der Rückseite. Für die Front habe ich wieder Klappen gebaut und mit Draht bespannt. Riegel dran - Karabiner rein und fertig :-)

Nun freuen sich meine zwei Bockgruppen über ganz viel Platz. Jeweils zwei Tiere haben zusammen jetzt den Platz von 2m x 0,9m. Zeitweise bewohnen sie auch noch einen Auslauf im Garten.

Das Bockgehege findet ihr auf der Seite Fotos.