Gehegebau

 

Beim Gehegebau gilt in erster Linie - erst planen dann bauen.

Was möchte ich - Größe des Geheges und Gestaltung

Was kann ich - Wie viel Platz habe ich zur Verfügung und gibt es etwas zu beachten

Wo bekomm ich das Material möglichst preiswert her - Vierkanthölzer im Baufachhandel sind günstiger als im Baumarkt / Beim Volierendraht lohnt sich immer Preise vergleichen (ebay)

 

Grundsätzlich gibt es mindestens drei Varianten für ein Gehege.

Ein Auslauf der an den Stall in der Wohnung gestellt werden kann ist ganz schnell und einfach aus ein paar stabilen Pappen und festem Klebeband zusammen gebastelt. Hier sind die Schweinchen aber natürlich nicht sicher vor anderen Mitbewohnern wie Hund und Katz. Weitere Infos gibt es sehr ausführlich und bebildert unter http://www.diebrain.de/

Ein Gehege das Draußen aufgestellt wird ist auch relativ einfach zu bauen. Man braucht ein Paar Latten (Maße der Latten je nach Verfügbarkeit). Ich habe Latten genommen die 2 cm stark, 1m lang und ca 10 cm breit waren. Ich habe die Latten miteinander ausgerichtet, dann an zwei gegenüberliegenden Latten den Volierendraht festgetackert und dann die zwei anderen Latten angebracht. Der Volierendraht muss natürlich rund rum festgetackert werden. Für erwachsene Meerschweinchen reicht ein grobmaschiger Draht, für Jungtiere ist ein engmaschiger Draht sehr wichtig. Die einzelnen Elemente kann man nun mit 2 Schanieren dauerhaft verbinden und die restlichen Elemente dann mit Wäscheleinen, oder alle mit Wäscheleinen. Wichtig ist die Gehege draußen immer mit "Heringen" fest am Boden zu sichern. Wichtig ist auch ein Dach - dies kann man auch mit den Elementen bauen oder man verwendet ein engmaschiges Netz dafür. Dann noch einen Sonnen- und Regenschutz drauf - fertig.

Für ein Gehege in dem die Tiere Tag und Nacht laufen dürfen ist ein wenig mehr Aufwand nötig, aber es lohnt sich. Ein solches Gehege bietet ein Optimum an Komfort und artgerechter Haltung. Wenn man die Bewohner des Geheges früh genug eingewöhnt und ausreichend viele und/oder große Schutzhütten oder einen ganzen Stall im Gehege stehen hat, können sie ganz jährig draußen gehalten werden. Die Tiere können sich selbst aussuchen, wann sie laufen oder sich zurück ziehen wollen und man muss sie nicht ins Gehege und wieder zurück in einen Stall setzen.

Für mehr Infos einfach weiter lesen.

 

Das wichtigste fürs Gehege in dem die Schweinchen Tag und Nacht laufen dürfen - Sicherheit !!

Es muss unbedingt darauf geachtet werden, dass nicht nur die Schweinchen drinnen sondern vor allem die Feinde draußen gehalten werden. Es geht mir hier nicht nur um Hund und Katze, sondern vor allem um Marder. Diese kleinen flinken Raubtiere machen vor allem Nachts jagt auf unsere Lieblinge und ein schlecht gesichertes Gehege präsentiert sie ihm geradezu auf dem Silbertablet. Daher hier einige Infos über den Bau eines mardersicheren Geheges von einer Dame die Marder im Gehege hält. Also wenn man weiß, wo Marder nicht raus kommen, dann weiß man auch wo sie nicht rein kommen.

  1. Ein sicheres Gehege muss rundherum gesichert sein, alle Seiten und das Dach (sofern nicht überdacht) müssen absolut sicher sein. Insbesondere muss Draht unter dem gesamten Gehege angebracht werden, die hochgeklappten Seiten müssen mit dem oberirdischen Gehege dicht verbunden sein. Falls nötig, die einzelnen Elemente sicher mit dickerem Draht aus dem Baumarkt (kein Basteldraht) verbinden und auch hier keine Lücken hinterlassen.

    Wer auf Nummer sicher gehen will und die Möglichkeit hat, kann das Gehege auch mit Terassenplatten auslegen.

    Auch wenn man die Seitengitter bis tief in den Boden einlassen würde, um das Bodengitter weg zu lassen, muss man bedenken, dass Marderartige, also Marder, Frettchen und Iltis, bis zu 80 cm tief graben können, in sandigen Böden sogar tiefer als 1m!

  1. Alle Schwachstellen beheben. Häufige Schwachstellen: Übergänge zwischen Dach und Seitenwänden sowie Übergänge zum Boden, Gehegetüren.
     

  2. Der Draht muss feuerverzinkter und punktgeschweißter Volieren- / Vierkantdraht sein. Sechseckiger „Kaninchendraht“ oder Draht mit Plastikummantelung halten einem hungrigen Marder nicht stand! Der Draht soll mindestens 1 mm stark sein. Ein mardersicherer Draht hat eine Maschenweite von bis zu 19 mm, allerdings sollte man wegen der Wiesel besser 12 mm nehmen, dann hält das Gehege auch diesen stand.
     

  3. Die Balken, die das Gehege tragen, sind ab 4 x 4 cm als mardersicher zu empfehlen.
    Wichtig ist auch, wie der Draht an den Balken befestigt wird. Dünne Heftklammern halten nicht stand, daher sollte der Draht mit mind. 3 cm langen Holzschrauben und Unterlegscheiben befestigt werden. Ich selbst habe für den Bau Tackernadeln benutzt, die aber deutlich stabiler sind als herkömmliche Tackernadeln aus dem Hobbybedarf. Diese musste ich mit einem Luftdrucktacker verarbeiten.

   

So habe ich es gemacht:

Ich habe eine Art Caport gebaut mit durchsichtigem Wellblechdach und in den Boden eingelassenen und einbetonierten Einschlaghülsen. Rundrum habe ich auf dem Boden Rasenkantensteine einbetoniert und darauf Vierkanthölzer gelegt. Diese habe ich mit den 4 Standbeinen des Caports verbunden und im Abstand von etwas weniger als einem Meter weitere Stützen zwischen Bodenhölzern und Dachkonstruktion angebracht. Als Farbe habe ich Carbibol genommen. Eine ökologische Farbe aus dem Baumarkt - gut und günstig. Den Boden habe ich mit Volierendraht ausgelegt und dann die Seitenwände mit Volierendraht bespannt. Zur Anbringung des Volierendrahtes habe ich immer ganz lange "Tackernadeln" aus einem Luftdrucktacker benutzt um sicher zu stellen, dass sich nichts lösen kann.   

Der Boden wurde dann erst mit Erde eingestreut und diese fest getreten. Darauf kommt dann ganz normale Einstreu, die ich regelmäßig austausche.

Die Tür ist eine Eigenkonstruktion aus Vierkanthölzern die mit Draht bespannt wurden.

Die Wetterseite habe ich dann doch noch mit Panelen Wind- und Regendicht gemacht und auch die Seite zur Hauswand hin ist jetzt vollständig mit Brettern verkleidet.

Kleiner Tipp: Vierkanthölzer passend sägen und vor der Verarbeitung streichen :-) Nicht wie ich erst hinterher wenn man nicht mehr an alle Stellen dran kommt und sich beim streichen total einsaut.

Bilder von meinem Gehege seht ihr auf der Seite Fotos unter Haltung.